München mit der 10d, 18-22.05.2026         

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(Lehrerperspektive)
Am Montag morgen, die Sonne scheint, geht es zum ZOB, an dem einige Schüler:innen schon warten. "Wo machen wir denn den Stop" fragen wir die beiden Busfahrer. "Welchen Stop? Wir machen keinen Stop. Das ist ein Linienbus!" Wie? Gar keinen Stop? Knapp 8 Stunden keinen Stop? Nein. Aber dann können die Kids ja nicht auf Toilette. "Wir auch nicht", sagt der Busfahrer... Nur die Toilette im Bus ist zu benutzen. Na…, das kann ja was werden. 

Nach einer recht stickigen Fahrt müssen wir etwa 30 Minuten von der S-Bahn Station laufen, aber das ist nach der langen Busfahrt sehr angenehm. Die Zimmer sind nett, die Betten bereits bezogen, es gibt Gummibärchen und eine Flasche Wasser zur Begrüßung. Das warme Abendessen, Spätzle und Kartoffelpuffer, ist in Ordnung und eine Salatbar und Nachtisch gibt es auch.

Unsere Führung am nächsten Morgen heißt "Slammer, Sprayer, Surfer" ...Es geht also nicht um das historische München und auch nicht um das schicke München, sondern um das coole München, um Kunst, Kultur und Räume, die sich jenseits des klassischen Kommerzes befinden.

Bei bestem Sonnenschein wird viel erzählt und gezeigt und am Ende, als hätten wir es gebucht, Surfen sie auch wieder. Die Welle war erst vor ein paar Tagen wieder offiziell eröffnet worden.

Danach geht es einmal in den Biergarten, also ohne Bier natürlich, aber um sich Leckeres zu saftigen Preisen zu gönnen. Jetzt müssen wir uns aber etwas sputen, um pünktlich um 14:00 am Deutschen Museum zu sein. Es ist eines der bekanntesten und größten Museen in unserem Land.

Dennoch ist klar, dass es die Schnelldurchläufer gibt, die nach 30 Minuten meinen, es gibt nichts mehr zu sehen. Aber zu unserer Überraschung sind auch am Ende der Zeit immer noch einige neugierig am Schauen und eine Schülerin antwortet auf die Frage, ob sie etwas interessant fand? "Ich fand eigentlich alles sehr interessant." Na,... Damit hat sich der Besuch doch schon gelohnt.

Am Mittwoch geht es früh raus, da die Bavaria Filmstudios nicht so einfach zu erreichen sind und wir zweimal umsteigen müssen. Um 7:45 ist Abmarsch... theoretisch. Einer fehlt...und fehlt...Er sei noch auf Toilette. Ich warte noch und der Rest geht schon vor. Unsere U-Bahn haben wir sowieso schon verpasst. 15 Minuten zu spät kommt er lässig daher. Er konnte weder seinen Zimmerschlüssel noch seine Debit Karte finden... Und trotz allem…, wir kommen quasi punktgenau an und haben auch noch Glück, dass eine Angestellte des Filmenden Klassenzimmers mit uns ankommt und uns gleich anspricht. So nimmt sie uns quasi an der Hand und wir brauchen nicht lange umherzuirren.

Nun gibt es erstmal eineinhalb Stunden "Unterricht". Wie entsteht ein Film?

Was braucht man? Welche Schritte sind nötig? Wer ist beteiligt? Danach muss eine kurze, aber knackige Drehidee her...Es gibt drei Grundideen. Das Schülermassaker, verübt durch die Lehrkräfte, den Phantasiewald mit Lost Places, an denen Unerklärliches passiert und die Klassenfahrt mit Liebesbriefirrungen und Wirrungen. Sprich, aus der Sicht des Englischlehrers, die Wahl zwischen „Macbeth“, „The Tempest“ und „A Midsummer Nights Dream“. Die Abstimmung bleibt unbestimmt und da schlägt eine Schülerin vor, alles zu vermischen. Der Regisseur ist skeptisch, da wir ja nur 8-9 Minuten Film am Ende haben. Aber dann wird es so gemacht. Nun muss noch gemeinsam ein Drehbuch entwickelt werden. Um 11:15 wird mit dem Dreh begonnen und um 14:00 sind wir fertig.

 

Nach dem Dreh gibt es eine kleine Mittagspause und danach eine Führung durch die Studios bzw. vor allem durch Kulissen hier gedrehter Filme: Die unendliche Geschichte, The Magic Flute, Das Boot, Jim Knopf... Unser Führer hat jede Menge Pepp und hält die Kids wirklich gut bei Laune, also auch bei guter Laune. Nur am Anfang, als er sich als vorstellt, zucken einige kurz zusammen. So hieß auch einer der Teamleiter auf der Klassenfahrt in der siebten Klasse, und der war pepptechnisch das genaue Gegenteil. Um 16:00 Uhr geht es dann zum "Kino", um unseren eigenen Film anzuschauen, der von den Profis geschnitten und vertont wurde. Und wir sind wirklich sehr positiv überrascht, wie gut das geworden ist. Ist schon nicht schlecht, was man mit professioneller Hilfe und richtigem Equipment so hinbekommt. 

Zurück wird heute mal vornehmlich entlang der Isar gelaufen. Nach viel Nieselregen vormittags, scheint endlich die Sonne, die Laune ist gut und da läuft es sich gleich unbeschwerter. Abends wird noch viel Hitster gespielt. 

Am Donnerstag ist entspanntes Aufstehen angesagt. Treffen ist um 9:00. Dann geht los Richtung Norden zum Olympiapark, wo das Sea Life gelegen ist. Nach ein paar Tagen Öffinutzung, fällt sogar den Schüler:innen auf, dass diese, trotz einigen Stresses und überfüllten Bahnen, einfach deutlich schicker und sauberer sind als in Berlin. Die Verwahrlosung der berliner Innenstadt, wie die berliner Situation, in einem kürzlich in der SZ erschienen Artikel, beschrieben wurde, fällt einem hier doch ins Auge, bzw. ihr Gegenteil. Auch die Parks, wären laut einer Schülerin, in München deutlich schöner. Der Olympiapark ist in jedem Fall ein Hingucker. Aber zunächst geht es ja hinein bzw. unter die Erde, ins Sea Life. Dort läuft man, wie bei SEA Life üblich, durch einen langen Tunnel an vielen Aquarien und choreographierten Landschaften vorbei. Man wird ein wenig durchgeschleust. Dennoch gefällt es den meisten sehr gut und es werden viele Fotos gemacht. Und am „Fühlbecken“, wo man alles anfassen darf, und alles erklärt bekommt, verweilen einige dann auch länger. Und bei einem Becken wird auf einmal laut gerufen:" Leute...hier ist Nemo! Hier ist Nemo!" Nach dem SEA Life gibt es die lang ersehnte "Frei Life" bzw. City Life, während der bei vielen das Shoppen ganz oben auf dem Programm steht. Ob es in München wirklich Dinge zu shoppen gibt, die es in Berlin nicht gibt, sei mal so dahingestellt. Ein paar schauen sich aber doch vorher noch die BMW-Welt an. Wir Lehrkräfte setzen uns derweil im Olympiapark erstmal in die Sonne in den Biergarten und essen ein ordentliches Mittagessen. Danach trennen sich unsere Wege und wir besuchen jeweils eigene Freunde, die hier in München ihr Leben genießen. 

Um 18:00 gibt es Abendessen. Dann muss noch ein wenig gepackt werden. Um 19:30 machen wir uns auf den Weg zum Hollywood Super Bowling. Die Bahnen sehen ordentlich aus und während wir noch darauf warten, dass wir loslegen können, versuchen sich die Kids am Boxautomaten. Es wird viel gejubelt. Die Stimmung ist gut und bleibt auch so, als es dann endlich losgeht. Es wird wieder viel gejubelt, manchmal auch geflucht und um 23:00 kommen alle gut gelaunt wieder in der Herberge an. Hoffentlich wird die gute Laune nicht vom Schlafen abhalten. Es geht morgen ja um 6:30 los...

Trotz des Geburtstags einer Schülerin sind, bis auf eine Person, alle pünktlich am Treffpunkt. Wer fehlt? Na, er hatte schon vorgestern Schwierigkeiten beizeiten fertig zu sein. Und so fährt uns die erste U-Bahn auch erstmal vor der Nase weg. Wir haben aber genügend Puffer, um das zu kompensieren. Da ist es auch nicht schlimm, dass nach dem Umstieg auch noch die erste S-Bahn vor unseren Augen ohne uns Richtung Hauptbahnhof verschwindet. Der nun kommende Regionalexpress ist zwar ziemlich voll aber wir passen doch noch alle rein. Ab der nächsten Haltestelle wird aber schon gequetscht. Da wir nun schon eine Stunde vor Abfahrt am ZOB sind, haben alle noch Zeit entspannt sich mit Kaffee, Wasser, Brötchen, Süßem etc. einzudecken und noch einmal die Toiletten aufzusuchen. Diese sind allerdings eher zum Abgewöhnen. Da waren doch die ZOB-Toiletten in Berlin für den doppelten Preis doppelt so schick. Anders als bei der Hinreise fahren wir heute mit einem Doppeldeckerbus. Dieser hat leider einiges an Verspätung, so dass wir auch erst eine halbe Stunde später als gedacht abfahren. Und auch wenn draußen die Sonne scheint, drinnen wird es langsam muffig und die Toilette scheint sich durch ihren Duft auch bemerkbar machen zu wollen. Es gibt ja wieder keinen Stopp. Und da uns und auch noch Unfälle und Staus heimsuchen, brauchen wir für die Rückfahrt fast 10 Stunden, so, dass alle ganz froh sind, gegen 18:30 bei bestem Wetter wieder an die Berliner Luft gesetzt zu werden. Insgesamt war es eine sehr schöne Fahrt. Das Wetter war deutlich besser als vorhergesagt, die Aktivitäten alle eigentlich empfehlenswert, die Jugendherberge und das Essen mehr als in Ordnung und die Stimmung gut. Nur mit dem Linienfernbus auf Klassenfahrt zu fahren, das muss nicht nochmal sein…