Während andere Schülerinnen und Schüler weiterhin in ihren Klassenzimmern bei der Hitze schmoren mussten, haben wir, Andrea und Cornelius, uns dieses Jahr wieder einmal lieber dafür entschieden, uns in die Luft katapultieren zu lassen.

Zusammen mit 12 weiteren Schülern und zwei Lehrern der Katholischen Schule Liebfrauen (Berlin-Westend) aus den Klassenstufen 8-10 ging es zum Fliegen lernen für eine Woche auf den Segelflugplatz Neuruppin des LSC Kranich.

Schon seit 30 Jahren führt ein engagierter Lehrer diese Tradition fort, jedes Jahr Schülern der KSL das Segelfliegen als Sport näherzubringen, in der Hoffnung, mehr junge Leute für den Sport zu begeistern. 

Zur Vorbereitung bekamen wir bereits vorab eine kleine Einführung in die Grundlagen des Segelfliegens; dabei  lernten wir unter anderem, wie ein Segelflugzeug aufgebaut ist, welche Sicherheitsregeln und Instrumente wichtig sind und wie ein Flug überhaupt funktioniert. 

Am Montag ging es dann los zum Flugplatz, der etwa 50km von Berlin entfernt liegt. Unter der Woche konnten wir entweder draußen im Zelt oder im Vereinsgebäude schlafen, das nur etwa 200m vom Hangar und dem Flugplatz entfernt liegt. 

Geflogen wurde mit vier Fluglehrern des LSC, die extra für die Woche angereist sind, allerdings hatten sich auch vier Jugendliche des Vereins netterweise bereit erklärt, den Flugbetrieb während der Woche zu unterstützen und mit den Flugzeugen zu helfen – eine davon ist dem Verein durch das Projekt im letzten Jahr beigetreten. Die Flugzeuge waren dieses Jahr zwei Zweisitzer vom Typ Schleicher ASK-21 und Twin-Astir III (siehe Fotos).

War man nicht zum Essensdienst eingeteilt, ging der Tag ganz entspannt um 8 Uhr mit dem Frühstück los. Um 9 folgte dann ein kurzes Briefing zu den Wetterbedingungen, denn je nach Windrichtung musste die Winde an einer anderen Seite des Platzes aufgestellt werden. Danach mussten die Flugzeuge aus dem Hangar an die Startposition gezogen werden. Daneben wurden ein Bus als mobiler Tower und, bei der Hitze besonders wichtig, ein großer Sonnenschirm mit Liegen aufgestellt.

Nachdem die Flugzeuge gründlich durchgecheckt und die Fallschirme angezogen worden waren, konnte auch schon losgeflogen werden. Der Flugschüler durfte vorne sitzen und konnte bei den ersten Flügen erst einmal am Knüppel mitfühlen, später aber auch selbst Manöver wie Kurven, Parabeln, Thermikflug oder sogar Landungen fliegen. Die Thermik war (das einzig Gute an der Hitze) die Woche über relativ gut, manche Flüge kamen sogar auf über 2000m Höhe mit Steigraten von über 5m/s. Am Dienstagvormittag schaute der rbb für den Wetterbericht der Abendschau vorbei und interviewte auch eine Schülerin, am Ende sind wir also im Fernsehen gelandet. Mittags wurden wir mit Wassermelonen und Würstchen versorgt, geflogen wurde aber weiter. Gegen 18 Uhr wurden die Flugzeuge dann sorgfältig geputzt, abgedeckt und wieder in den Hangar gestellt. Nach dem Abendessen konnte dann noch gespielt oder ein Lagerfeuer gemacht werden, und am Donnerstag haben wir natürlich das WM-Spiel gegen Ecuador im Gemeinschaftsraum des Vereinsheims geschaut.

Insgesamt kamen wir auf eine Flugzeit von über 32h, also durchschnittlich 2h20m pro Person. Das Projekt hat also allen sehr viel Spaß gemacht und war wieder ein großer Erfolg. Am Ende haben sich zwei Schüler sogar dazu entschieden, jetzt auch mit dem Segelfliegen anzufangen.

Andrea Bortolin (9b) und Cornelius Ley (10a)